© Wood Vision Lab

The Power of Wood

Holz im Fahrzeugbau, in der Industrie oder in der Logistik? Was zunächst ungewohnt klingt eröffnet viele spannende Möglichkeiten für innovative Anwendungen. Wie diese aussehen können, zeigte die Veranstaltung „THE POWER OF WOOD – Zukunft. Innovation. Hightech Holz.“ am 21. Oktober 2026 in den Holzwelten der Weitzer Woodsolutions in Weiz. Bioeconomy Austria und der Holzcluster Steiermark unterstützten gemeinsam mit steirischen Clustern die Veranstaltung als Kooperationspartner.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Holz und biobasierten Materialien für höhertechnische Anwendungen eingesetzt werden können. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Forschung, Politik und der Clusterlandschaft diskutierten, wie neue Materiallösungen entwickelt, in industrielle Prozesse integriert und wirtschaftlich genutzt werden können.

Gastgeber war das Wood Vision Lab, das sich als Innovationszentrum für Holz- und Holz-Hybridmaterialien im Leichtbau positioniert. Es begleitet Unternehmen auf dem Weg von der Forschung und Produktentwicklung bis zur industriellen Umsetzung.

Holz in neuen industriellen Anwendungen

Dass Holz weit mehr kann als klassische Anwendungen im Bau- und Möbelbereich, machten konkrete Beispiele aus Forschung und Industrie deutlich. Auf Basis von mehr als zehn Jahren Forschungsarbeit entstanden Innovationen wie Holz-Hybridkomponenten für den Fahrzeugbau, digitale Zwillinge holzbasierter Bauteile und Demonstratoren wie ein Seitenaufprallträger aus Holz.

Auch die Beiträge von Siemens Mobility, Daimler Truck und FB Industry Automation verdeutlichten die Möglichkeiten für den Einsatz von Holz in der Mobilitäts- und Logistikbranche. Im Fokus standen dabei technische Leistungsfähigkeit, Leichtbau, Ressourceneffizienz und die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Serienfertigung.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Überführung solcher Entwicklungen in die industrielle Praxis. Das Wood Vision Lab schafft dafür eine gemeinsame Infrastruktur für Forschung, Entwicklung, Wissenstransfer und Unternehmenskooperationen. Mit einem neuen Gebäude in Weiz, das ab Herbst 2027 auf mehr als 2.000 Quadratmetern Büro-, Netzwerk-, Veranstaltungs- und Technikumsflächen bieten soll, wird dieses Angebot weiter ausgebaut.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Neben den technologischen Entwicklungen ging es um die Frage, wie Kooperationen zwischen unterschiedlichen Branchen neue Anwendungen ermöglichen.

Christiane Varga stellte in ihrer Keynote „Zukunft wächst, wo Neues verbunden wird. Holz, Innovation und die Kraft der Vernetzung.“ die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs in den Mittelpunkt.

In einem anschließenden Speed-Talk diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der steirischen Cluster- und Innovationslandschaft darüber, wie gemeinsame Kompetenzen genutzt werden können, um Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken.

Auch der Holzcluster Steiermark beteiligte sich an diesem Austausch. Die Zusammenarbeit zwischen Holzindustrie, Mobilitätswirtschaft, Green Tech und weiteren Technologiebereichen eröffnet neue Möglichkeiten, bestehende Materialkompetenzen in zusätzliche Märkte zu übertragen.

Neue Wertschöpfung durch holzbasierte Bioökonomie

Aus Sicht von Bioeconomy Austria zeigt das Wood Vision Lab beispielhaft, welches Potenzial in der branchenübergreifenden Nutzung nachwachsender Rohstoffe liegt. Werden Holz und andere biobasierte Materialien für höhertechnische Anwendungen weiterentwickelt, können daraus neue Absatzmärkte für die Forst- und Holzwirtschaft entstehen. Gleichzeitig eröffnen sich neue biobasierte Alternativen für industrielle Anwendungen.

Damit solche Lösungen den Weg in den Markt finden, braucht es neben technologischer Forschung auch geeignete Produktionsverfahren, wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle und die Zusammenarbeit entlang neuer Wertschöpfungsketten.

Genau hier setzt Bioeconomy Austria als österreichweites Netzwerk an: Der Verein fördert den Austausch zwischen unterschiedlichen Sektoren und unterstützt die Vernetzung von Unternehmen, Forschung und weiteren Akteuren der Bioökonomie.

Die Veranstaltung in Weiz machte deutlich, wie aus regionalen Ressourcen und wissenschaftlichem Know-how neue industrielle Anwendungen entstehen können. Für Bioeconomy Austria ist dies ein wichtiger Ansatz, um die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe weiterzuentwickeln und neue Wertschöpfungspotenziale für die biobasierte Wirtschaft zu erschließen.

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