Mehr als 100 Vertreter aus Forst- und Holzwirtschaft, Architektur, Bauwesen, Lehre und Forschung kamen am 17. Juli 2026 zum Branchentag Holz am Campus Rotholz zusammen. Die von proHolz Tirol im Rahmen von Bioeconomy Austria organisierte Veranstaltung fand unter dem Motto „Holz weiterdenken – Chancen der Bioökonomie“ statt.
Im Mittelpunkt standen innovative Projekte, aktuelle Entwicklungen und die Frage, welche Rolle Holz beim Übergang zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaft spielen kann.
Bioökonomie am Campus Rotholz
Mit dem Campus Rotholz wurde ein Veranstaltungsort gewählt, an dem Bioökonomie tagtäglich gelebt wird. Sowohl die HBLFA Tirol als auch die Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz (LLA) sind an dem Schul-, Forschungs- und Innovationsstandort angesiedelt. Zu Beginn des Branchentags konnten die Teilnehmer:innen beide Einrichtungen besichtigen und Einblicke in deren Arbeit gewinnen. Das anschließende Vortragsprogramm wurde von Landeshauptmann-Stellvertreter ÖR Josef Geisler, Dr. Georg Rappold vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft sowie dem proHolz-Vorstandsvorsitzenden Manfred Saurer eröffnet.
Holz als Schlüsselrohstoff der Bioökonomie
Die Bioökonomie verfolgt das Ziel, fossile Rohstoffe zunehmend durch nachwachsende Materialien zu ersetzen und vorhandene Ressourcen effizient und nachhaltig zu nutzen. Holz spielt dabei eine zentrale Rolle: Der Rohstoff ist regional verfügbar, speichert CO₂ und bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten – vom Bauwesen über neuartige Werkstoffe bis hin zu innovativen Hightech-Produkten.
Professor Jan Grossarth-Maticek von der Hochschule Biberach zeigte in seiner Keynote, welches Potenzial insbesondere der Holzbau für eine biobasierte Wirtschaft bietet. Neue Technologien, die Wiederverwendung von Bauteilen und die Verwertung von Holzreststoffen eröffnen zusätzliche Perspektiven für nachhaltiges Bauen und neue Produkte.
Tiroler Innovationskraft
Wie vielfältig nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden können, zeigten mehrere Kurzpräsentationen aus Tirol. Vorgestellt wurden unter anderem ein Holz-Carbon-Rennrad, ein CNC-gesteuertes Ein-Personen-Sägewerk sowie Schilder aus Hanffasern.
Auch das WINNLAB war Teil des Programms. Das Labor unterstützt die digitale Transformation im Tischlerhandwerk und schafft Raum, um neue Technologien praktisch zu erproben und weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus stellten HBLFA-Direktor Ronald Zecha und LLA-Direktor Josef Stoll den Campus Rotholz und seine vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten vor: von Land- und Forstwirtschaft über Gartenbau sowie Lebensmittel- und Biotechnologie. Damit leistet der Standort einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Tiroler Land- und Forstwirtschaft.
Austausch und Gemütlicher Ausklang
Neben den Vorträgen bot eine Bioökonomie-Ausstellung die Gelegenheit, Innovationen aus der Praxis kennenzulernen und direkt mit Unternehmen, Forschenden und Expert ins Gespräch zu kommen. Beim anschließenden Sommerfest wurde der Austausch in entspannter Atmosphäre fortgesetzt.








© proHolz Tirol / Alex Schmidt