Am 28. Jänner 2026 lud die BioBASE, das Green Tech Valley und ecoplus gemeinsam mit Bioconomy Austria, zu einem Austausch rund um die Rolle von biogenem Kohlenstoff in der Transformation hin zu einem umfassenden Carbon Management. Im Mittelpunkt standen einleitende Impulsvorträge sowie ein interaktives Workshop-Setting, in dem die Bedeutung biogener CO₂-Emissionen und -Senken vertieft beleuchtet und konkrete Projektideen entwickelt wurden. Der Fokus lag dabei sowohl auf CO₂-basierten Wertschöpfungsketten im Sinne von Carbon Capture and Utilisation (CCU) als auch auf Carbon Dioxide Removal (CDR)-Maßnahmen wie etwa Biokohle.
Vorstellung Bioeconomy Austria
Nach der Eröffnung durch BioBASE-CEO Thomas Timmel, der die Rolle des Carbon Managements und biogener CO₂-Ströme im Rahmen einer umfassenden Transformation von Gesellschaft und Industrie betonte, stellte Fabian Huber (ecoplus) das Projekt Bioeconomy Austria vor. Huber präsentierte die Hintergründe und Ziele von Bioeconomy Austria sowie die Bedeutung von Kooperationen für das Vorantreiben einer Bioökonomie und innovativer Projekte, auch im Kontext von CCU/S.
Thermische Abfallbehandlung mit Carbon Capture – Potenziale und Hürden
Tobias Pröll (BOKU) beleuchtete in seinem Beitrag die Potenziale und Hürden von Carbon Capture in der thermischen Abfallbehandlung. Er zeigte auf, dass ein erheblicher Anteil der CO₂-Emissionen biogenen Ursprungs ist und dadurch, in Kombination mit CC(U)S, negative Emissionen möglich werden. Zudem ging er auf technologische Optionen, regulatorische Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche Fragestellungen ein und machte deutlich, unter welchen Voraussetzungen Carbon Capture einen relevanten Beitrag zu den Klimazielen leisten kann.
Kooperation als Schlüssel: Biogenes CO₂ aus der Papier-und Zellstoffindustrie als Ressource der Zukunft
Elisabeth Krassnigg (Austropapier) und Daniela Leibetseder (AIT) zeigten, welches Potenzial biogenes CO₂ aus der Papier- und Zellstoffindustrie als Ressource der Zukunft bietet. Sie machten deutlich, dass Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend sind, um CCU- und CDR-Potenziale zu nutzen. Anhand des Branchenprojekts CEUS-PPI erläuterten sie technologische Optionen, wirtschaftliche Perspektiven sowie die Bedeutung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen und Infrastruktur für die Umsetzung von CCU(S)-Lösungen.
Biokohle als regionale Kohlenstoffsenke
Christian Mizelli (NAWARO Energie) stellte das Holzgaskraftwerk Perg als Beispiel für regionale, dezentrale Energieerzeugung mit integrierter Kohlenstoffsenke vor. Er zeigte auf, wie aus regionaler Biomasse Strom und Wärme erzeugt werden und gleichzeitig Pflanzenkohle als langfristig stabiler Kohlenstoffspeicher entsteht. Anhand konkreter Zahlen machte er deutlich, welches Potenzial Biokohle als CDR-Maßnahme bietet und wie regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und CO₂-Negativität miteinander verbunden werden können.
Fazit und Ausblick
Die Veranstaltung machte deutlich, dass biogener Kohlenstoff eine zentrale Rolle für die Transformation hin zu einem ganzheitlichen Carbon Management spielt. Sie zeigten, dass sowohl CCU-basierte Wertschöpfungsketten als auch CDR-Maßnahmen wesentliche Bausteine für das Erreichen der Klimaziele sind. Der fachliche Austausch verdeutlichte zudem, dass Unternehmen und Forschung klare Rahmenbedingungen, starke Kooperationen und realistische Umsetzungswege benötigen, um biogene CO₂-Ströme wirksam und wirtschaftlich in nachhaltige Lösungen zu überführen. Aufbauend auf den Impulsvorträgen wurden in einem gemeinsamen Workshop-Setting Ideen zur weiteren Projektentwicklung erarbeitet, die von den Mitgliedern von Bioeconomy Austria aufgegriffen und in den kommenden Monaten weiterentwickelt werden.





© BioBASE