©pexels / picjumbo.com

EUDR in der Praxis

Bioeconomy Austria hat an einer EUDR-Informationsveranstaltung der IG Holzkraft mit Expert:innen und Branchenvertreter:innen aus der Holz- und Bioenergiewertschöpfungskette teilgenommen. Die dort präsentierten Inhalte und Diskussionen möchten wir in kompakter Form mit unserem Netzwerk teilen.

Zeitplan und rechtliche Einordnung

Ein zentrales Thema war der aktuelle Zeitplan der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR). Der Anwendungsbeginn wurde verschoben:
Für große und mittlere Unternehmen gilt der Stichtag 30. Dezember 2026, für kleine und Kleinstunternehmen – abhängig von ihrer Rolle in der Lieferkette – teilweise ab 30. Juni 2027.
Österreich und Deutschland wurden von der EU-Kommission als Niedrig-Risiko-Länder eingestuft. Damit gelten vereinfachte Sorgfaltspflichten, jedoch keine generelle Ausnahme von den EUDR-Anforderungen.

Umsetzung aus Unternehmenssicht

Am Beispiel eines Unternehmens berichtete Florentin Morick (Brüning Group) über die praktische Vorbereitung auf die EUDR. Vorgestellt wurde ein strukturiertes Vorgehen – von der Analyse der eigenen Betroffenheit über den Aufbau eines digitalen Sorgfalts-pflichten-Systems bis zur Anbindung an das EU-Informationssystem TRACES-NT. Besonders deutlich wurden dabei die Herausforderungen in den Bereichen Datenverfügbarkeit, Lieferantenkommunikation und IT-Integration.

Vereinfachung und offene Fragen

Diskutiert wurden zudem aktuelle Vereinfachungen für nachgelagerte Marktteilnehmer, etwa die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen die Betriebsadresse, statt exakter Geodaten anzugeben sowie Erntemengen zu schätzen. Diese Erleichterungen können den administrativen Aufwand reduzieren, ersetzen jedoch keine systematische Datenerfassung. Für alle Sortimente, die auf den Markt gebracht werden, ist weiterhin eine Mengenangabe bzw. Schätzung erforderlich.

Ausblick

Die Veranstaltung unterstrich klar: Die EUDR ist kein rein formales Compliance-Thema, sondern betrifft Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten entlang der gesamten Lieferkette. Eine frühzeitige Auseinandersetzung und der Austausch über praktische Umsetzungsansätze bleiben entscheidend.

Bioeconomy Austria wird relevante Entwicklungen weiterhin beobachten und ihr Netzwerk über neue Erkenntnisse informieren.