© Tobias Ranftl

Bioökonomie & Holz

  • Biobase

Holz ist eine der wichtigsten Ressourcen der Bio√∂konomie, weshalb mit zunehmender Transformation Richtung Bio√∂konomie auch mit einem Anstieg der Nachfrage nach diesem erneuerbaren Rohstoff zu rechnen ist. Demgegen√ľber stehen jedoch verschiedene Einfl√ľsse auf das Angebot. Das steigende Interesse den Wald als Kohlenstoffsenke zu n√ľtzen, Au√üernutzungsstellungen zu forcieren und vermehrte Schadholzereignisse wie Borkenk√§fer, Windwurf, etc. beeinflussen das Holzangebot. Zus√§tzlich wird die √Ąnderung der klimatischen Bedingungen das zuk√ľnftigen Angebot an Baumarten ver√§ndern, wodurch sich multiple Zielkonflikte im Bereich der Nutzung des Waldes und damit auch f√ľr die Versorgung der Wirtschaft mit Holz ergeben.

Steigender Rohstoffbedarf durch Bioökonomie und Energiewende

Mit Hilfe der Stakeholderworkshops ‚ÄěBio√∂konomie und Rohstoff Holz‚Äú, die BioBASE im Rahmen von¬†Bioeconomy Austria¬†durchf√ľhrt, soll der zuk√ľnftige Bedarf des Rohstoffs Holz durch die Bio√∂konomie sowie weiterer politischer Zielsetzungen (zb Dekarbonisierung des Industrie- und Energiesektors) abgesch√§tzt werden und unterschiedliche Zukunftsszenarien zum zuk√ľnftigen Bedarf gezeichnet werden. Dabei wird analysiert, welche Produktinnovationen in der Wertsch√∂pfungskette Holz aber auch welche neuen Anwendungen & Gesch√§ftsfelder zu erwarten sind. Dabei wird die gesamte stoffliche und energetische Wertsch√∂pfungskette ausgehend vom Rohstoff Holz in den Stakeholderprozess eingebunden und kaskadische Nutzungswege sowie Recyclingpotenziale ber√ľcksichtigt.

Szenarien f√ľr stoffliche und energetische Verwertung

Die Szenarien sollen letztendlich die Aufkommens- und Nachfragever√§nderungen hinsichtlich des Rohstoffs Holz abbilden und die Bedarfsdeckung f√ľr die Bereiche der Holz-, Papier-, Platten- und chemischen Industrie sowie auch f√ľr den Energiebereich darstellen. Daraus k√∂nnen auch die zuk√ľnftigen Anforderungen an den Rohstoff Holz sowie die √∂konomischen und √∂kologischen Effekte auf die Volkswirtschaft (z.B. Arbeitspl√§tze, Wertsch√∂pfung) dargestellt werden.

Stakeholder-Dialog

Im Rahmen des ersten Stakeholder Workshops, der am 20. Juni 2022 stattfand, wurden die¬† wichtigsten Chancen und Herausforderungen f√ľr die kommenden 3-5 Jahre definiert:

  • Kreislaufwirtschaft (speziell Anwendung bei Bauen mit Holz)
  • Substitution fossiler Produkte (insb. durch Chemikalien aus Holz)
  • Taxonomie & Green Finance (insb. bei Bauen mit Holz und Papier)
  • Versorgungssicherheit (insb. bei Bauen mit Holz und Papier

Im 2. Workshop am 9. August 2022 wurde¬†die Frage des Zugangs zum Rohstoff Holz vertieft. Dabei ging es um den Rohstoffbedarf sowohl f√ľr die Bio√∂konomie als auch die energetische Nutzung, vorrangig im Inland, aber auch die Perspektive hinsichtlich Rohstoffimporten.

Im 3. Workshop am 10. Oktober 2022 stellten das Institut f√ľr Industrielle √Ėkologie sowie¬†Economica¬†ihre Szenarienanalysen vor. Dabei wurden zwei unterschiedliche Szenarien berechnet. W√§hrend beim¬†Szenario Bio√∂konomie von der¬†Zunahme von Holzbau und von Papier f√ľr Verpackungen, holzbasierte Chemikalien ausgegangen wird, wird beim¬†Szenario Energie¬†eine steigende Nachfrage nach Energie aus Biomasse inkl. verst√§rkte Umstellung der Industrie von Gas auf Biomasse KWK ausgegangen.