The Bioeconomy:
circular by nature

Österreichische Bioökonomiestrategie

In zahlreichen Produkten des täglichen Lebens ist Erdöl verarbeitet. Die österreichische Bioökonomiestrategie befasst sich damit, wie diese künftig ohne die Verwendung von Erdöl oder fossilen Ressourcen erzeugt werden können.

Eine der größ­ten glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen für die nächs­ten Jahr­zehn­te auf dem Ge­biet des Um­welt­schut­zes ist die Re­duk­ti­on des Treib­haus­ef­fekts. Ös­ter­reich be­kennt sich zu den in­ter­na­tio­na­len Kli­ma­zie­len und zu einer ak­ti­ven Kli­ma­schutz- und En­er­gie­po­li­tik. Zen­tra­les Ziel ist die Re­duk­ti­on von Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Ös­ter­reich wird seine Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis 2030 um 36 % ge­gen­über 2005 re­du­zie­ren. Dafür ist eine ko­or­di­nier­te, ab­ge­stimm­te Kli­ma- und En­er­gie­po­li­tik not­wen­dig, die die Ba­lan­ce zwi­schen öko­lo­gi­scher Nach­hal­tig­keitWett­be­werbs­fä­hig­keit und Ver­sor­gungs­si­cher­heit auch in der Zu­kunft ge­währ­leis­tet. Aus die­sem Grund wurde die Er­stel­lung einer in­te­grier­ten Kli­ma- und En­er­gie­stra­te­gie be­schlos­sen, um damit Ver­ant­wor­tung für einen kon­se­quen­ten Dekar­bo­ni­sie­rungs­pfad bis 2050 zu über­neh­men.

 

Um diese Ziele zu er­rei­chen, braucht es nicht nur eine Dekar­bo­ni­sie­rung des En­er­gie­sys­tems, son­dern auch einen weit­ge­hen­den Er­satz von fos­si­len Roh­stof­fen in allen Ma­te­ria­li­en des täg­li­chen Ge­brauchs. Dies kann er­reicht wer­den durch:

 

  • Er­hö­hung der Ef­fi­zi­enz auf allen Ebe­nen
  • Be­wuss­te­res Kon­sum­ver­hal­ten und nach­hal­ti­ges Pro­dukt­an­ge­bot
  • Er­schlie­ßung aller er­neu­er­ba­rer Roh­stoff­quel­len durch Nut­zung von Rest­stof­fen, Ne­ben­pro­duk­ten, Ab­fäl­len und der Pro­duk­ti­on neuer Roh­stof­fe, wie zum Bei­spiel von Algen
  • Chan­cen durch In­no­va­tio­nen für den wirt­schaft­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Wan­del nut­zen

 

Den Rah­men dafür soll die ös­ter­rei­chi­sche Bio­öko­no­mie­stra­te­gie bil­den. Diese soll Ös­ter­reich in den nächs­ten Jahr­zehn­ten zur erd­öl­frei­en Ge­sell­schaft füh­ren.

Bio­öko­no­mie hat zum Ziel, erd­öl-ba­sier­te bzw. mit fos­si­len Roh­stof­fen er­zeug­te Pro­duk­te dau­er­haft durch gleich­wer­ti­ge Pro­duk­te, die mit nach­wach­sen­den Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den kön­nen, zu er­set­zen. Das Kon­zept der Bio­öko­no­mie um­fasst ei­ner­seits die Roh­stoff­quel­len(Land- und Forst­wirt­schaft, Was­ser­wirt­schaft und Ab­fäl­le) und an­de­rer­seits die Nut­zung die­ser bio­ba­sier­ten Roh­stof­fe (Le­bens- und Fut­ter­mit­tel, Ma­te­ria­li­en, En­er­gie). Es wird ein Wirt­schafts­kreis­lauf an­ge­strebt, der Tech­no­lo­gie und Öko­lo­gie in Ein­klang bringt.

Das be­deu­tet, dass der Ein­satz von nach­wach­sen­den Roh­stof­fen im Ver­gleich zum Ge­samt­roh­stof­f­e­in­satz bis 2030 deut­lich er­höht wer­den muss. Dies kann durch die Stär­kung be­ste­hen­der Wirt­schafts­sek­to­ren, durch Un­ter­stüt­zung in­no­va­ti­ver Tech­no­lo­gi­en und Dienst­leis­tun­gen, durch die bes­se­re Ver­net­zung von Wis­sen, durch Be­wusst­seins­bil­dung sowie durch die Schaf­fung von Ak­zep­tanz ge­gen­über bio­ba­sier­ter Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen er­fol­gen.

Bei einer Sub­sti­tu­ti­on aller fos­si­ler Ma­te­ria­li­en durch bio­ba­sier­te Stof­fe würde das je­doch einen Flä­chen­be­darf zwi­schen 0,9 bis 3,8 Mil­lio­nen Hekt­ar be­deu­ten. Der­zeit wer­den in Ös­ter­reich rund 7,4 Mil­lio­nen Hekt­ar land- und forst­wirt­schaft­lich ge­nutzt. Diese Zah­len zei­gen, dass ein blo­ßer Er­satz fos­si­ler Roh­stof­fe durch zu­sätz­li­chen Anbau nicht mög­lich ist. Daher be­darf es eines brei­ten Mix an Maß­nah­men zur Be­reit­stel­lung der bio­ba­sier­ten Roh­stof­fe bei gleich­zei­ti­ger Er­hö­hung der Ef­fi­zi­enz der ein­ge­setz­ten Ma­te­ria­li­en.

Ös­ter­reich ist im Be­reich der Bio­öko­no­mie eines der in­no­va­tivs­ten Län­der und ist Vor­rei­ter bei Zell­stof­fen und im Bau­sek­tor. Ein Bei­spiel dafür ist das Holz­hoch­haus „HoHo Wien“ , das der­zeit in As­pern ent­steht. Au­ßer­dem wer­den in Ös­ter­reich Bi­tu­men aus hei­mi­schem Raps­öl oder Klei­der­bü­gel aus bio­ba­sier­tem Plas­tik er­zeugt. Das be­deu­tet, dass es in fast allen nur vor­stell­ba­ren Be­rei­chen Ein­satz­mög­lich­kei­ten gibt. In­no­va­ti­on und For­schung sind die Schlüs­sel dafür, diese Dinge zu schaf­fen und se­ri­en­reif zu ma­chen.