{"id":6775,"date":"2024-09-18T10:35:20","date_gmt":"2024-09-18T08:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/?p=6775"},"modified":"2024-09-18T10:36:33","modified_gmt":"2024-09-18T08:36:33","slug":"bioregions-workshop-in-bruessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/2024\/09\/18\/bioregions-workshop-in-bruessel\/","title":{"rendered":"Bioregions Workshop in Br\u00fcssel"},"content":{"rendered":"<p>Am 13. September 2024 nahm Bioeconomy Austria am Bioregions Workshop in Br\u00fcssel teil, der erstmals gemeinsam von Bioregions\/EFI und der Europ\u00e4ischen Investitionsbank (EIB) veranstaltet wurde. Anlass dieser Initiative ist eine Studie der EIB aus 2023, welche \u201eInvestment Barriers\u201c im Allgemeinen analysierte. Gemeinsam mit dem EFI wird ein Kapitel zur Forst-Wertsch\u00f6pfungskette vertieft, wobei die Forstwirtschaft und die Forstindustrie im Fokus stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Session 1: Forstmanagement und \u00d6kosystemleistungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt der Betrachtungen sind Wiederaufforstungen. Die Pr\u00e4sentationen kamen von L\u00e4ndern S\u00fcdeuropas, wo die Forstwirtschaft nicht in dem Ausma\u00df qualitativ hochwertige H\u00f6lzer liefert, sodass ein privatwirtschaftliches Interesse an Wiederaufforstung, Durchforstung und Bewirtschaftung besteht. Verschiedene Herangehensweisen wurden vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beitrag aus Spanien f\u00fchrte drei Kriterien an, anhand derer Wiederaufforstung und Bewirtschaftung f\u00fcr private Investoren im Risiko minimiert werden sollen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>Ertr\u00e4ge aus der CO\u2082-Fixierung durch Aufforstung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>Reduktion der Waldbrandgefahr<\/strong> (vor allem Kronenbrand) durch Durchforstung, also laufende Bewirtschaftung<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>Positive Einfl\u00fcsse auf das Grundwasser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>Laufende Evaluierung in 5-j\u00e4hrlichen Abst\u00e4nden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Conclusio ist vor allem, dass es bei der CO\u2082-Bewirtschaftung noch keinen einheitlichen Rechtsrahmen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Interesse kann das sehr stringente Evaluierungssystem anhand konkreter Kriterien sein. Es sei aber angemerkt, dass private Investitionen in \u00d6sterreich bedingt durch gute staatliche und regionale F\u00f6rderung ohnehin passieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders interessant war der Beitrag der NRW.BANK, welche ein F\u00f6rdermodell f\u00fcr den vermehrten Einsatz von Holz im kommunalen Wohnbau forciert. Hintergrund dazu ist die Intention des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW), Marktanreize durch Pull-Faktoren zu schaffen und damit die Wiederaufforstung voranzutreiben. NRW ist ebenfalls vom Borkenk\u00e4fer stark betroffen und hat mit gro\u00dfen Sch\u00e4den zu k\u00e4mpfen. Das F\u00f6rdermodell sieht eine Kombination aus Wohnbauf\u00f6rderung und F\u00f6rderung von <strong>1,30\u202f\u20ac pro verbautem kg Holz<\/strong> (max. <strong>17.000\u202f\u20ac pro Wohneinheit<\/strong>) vor. Dieses System k\u00f6nnte durch eine Kombination von Landes-Wohnbauf\u00f6rderung und nationaler Holzbauf\u00f6rderung (Waldfonds) kopiert und \u00fcber das bestehende Holzfachberaternetzwerk (BEUC beteiligt) repliziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Session 2: Industrielle Wertsch\u00f6pfungsketten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Session widmete sich der Skalierung neuer holzbasierter Prozesse und war eine Mischung aus Scale-up und Start-up. Besonders interessant sind nicht die Projekte selbst, sondern die Nuancen, welche an den jeweiligen Standorten den Ausschlag f\u00fcr die Betriebswirtschaftlichkeit gaben. Die Pr\u00e4sentationen handelten daher nicht \u00fcber das geistige Eigentum (IP), sondern \u00fcber Best Practices und Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fibenol<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter der Abk\u00fcrzung <strong>Fibenol<\/strong> (Fibers Beyond Plastic) wurde ein Holzfaserwerk in Lettland beschrieben. Als besonders relevant wurde die Zusammenarbeit mit politischen Vertretern erw\u00e4hnt, welche dabei Unterst\u00fctzung gaben, die maximale F\u00f6rderintensit\u00e4t von <strong>20\u202f%<\/strong> bzw. die bestm\u00f6gliche Ausnutzung von risikominimierenden Instrumenten der EU auszunutzen. In Lettland ist hier besonders interessant, dass es keine L\u00e4nderebene gibt. Sprich, der politische Vertreter des potenziellen Ansiedelungsstandortes (B\u00fcrgermeister) holt sich Unterst\u00fctzung von der Regierung (Premierminister). Dadurch wirken EU-Mittel fokussierter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mets\u00e4 Spring<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Vertreter der <strong>Mets\u00e4 Group<\/strong> pr\u00e4sentierte den Prozess der Markteinf\u00fchrung einer Textilfaser. Dabei handelt es sich formal um eine Erweiterung des Produktportfolios eines Unternehmens der Holz- und Holzwerkstoffindustrie. Verantwortlich f\u00fcr diesen Produktentwicklungsprozess ist der gruppeninterne Inkubator <strong>\u201cMets\u00e4 Spring\u201d<\/strong>. Der \u201cSpirit\u201d in diesem Inkubator ist durchaus einzigartig, da Mets\u00e4 eine Genossenschaft (finnisches Recht) ist und <strong>90.000 Forstwirte als Besitzer<\/strong> hat. Daher ist der Umgang mit Produktinnovation sehr offen, da die Besitzer alles bef\u00fcrworten, was die Ertragslage aus der Forstwirtschaft verbessert. Somit bessere Nutzung des Rohstoffs Holz zu h\u00f6herer Wertsch\u00f6pfung. Damit erh\u00f6ht sich auch die Bereitschaft, neue Produkte auch als <strong>\u201cFirst-of-a-kind Commercial\u201d<\/strong> auf den Markt zu bringen, weil die Unternehmensbesitzer unmittelbar dann mehr durch einen \u201cSecond Commercial\u201d profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Um private Investments f\u00fcr Aufforstung zu mobilisieren, geht S\u00fcdeuropa stark den Weg Richtung Zertifizierung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Um Pull-Effekte seitens des Marktes f\u00fcr Wiederaufforstung zu generieren, f\u00f6rdert NRW Holzbau im gemeinn\u00fctzigen Wohnbau.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Ein erfolgreiches Scale-up von biobasiertem IP war erfolgreich aufgrund bestm\u00f6glicher Nutzung von EU-Instrumenten zur Risikominimierung f\u00fcr den Markteintritt (daf\u00fcr <strong>\u201cAlignment\u201d<\/strong> zwischen nationalem Mitgliedsstaat und Region n\u00f6tig).<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Eine erfolgreiche Produkteinf\u00fchrung von biobasiertem IP wurde umgesetzt aufgrund der Eigent\u00fcmerstruktur, welche freien Umgang mit IP erm\u00f6glicht, weil man dadurch als Rohstofflieferant profitiert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[:de]\u00dcberwindung von Investitionsbarrieren im Forstsektor[:]<\/p>\n<div class=\"bea_cf bea_cf_img_excerpt\">\u00a9 European Forest Institute<\/div>\n<div class=\"bea_cf bea_cf_subtitle\">\u00dcberwindung von Investitionsbarrieren im Forstsektor<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6779,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-6775","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-projekt"],"acf":{"gelbes_kasterl":""},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6775"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6775\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6778,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6775\/revisions\/6778"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6779"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bioeconomy-austria.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}